Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 16. Februar 2012,

erstellt von  Hartmut Büttig, DL1VDL

Rückblick vom 7. bis 13. Februar: Der solare Flux rutschte am 8. und 9. Februar sogar unter die 100-er Marke. Nur ein einziger Sonnenfleck war präsent, als müsse er unsere Erinnerungen an das lange Sonnenfleckenminimum zerstreuen. Seit dem 9. Februar geht es zumindest andeutungsweise wieder aufwärts. Das geomagnetische Feld war bis zum Morgen des 9. Februar gestört, dann bis zum 12. Februar überwiegend ruhig. Nun stört uns Sonnenwind aus dem koronalen Loch CH501. Die DX-Ausbreitung auf den HF-Bändern 20 m bis 10 m war auf den Taglinien brauchbar, teilweise gut, wobei das wechselhafte Magnetfeld für Überraschungen sorgte. Beispielsweise gab es für uns nutzbare Aurora-Bedingungen auf 10 m und 6 m am 8. und 13. Februar. Abends nach lokalem Sonnenuntergang schlossen die oberen Bänder meist relativ schnell, an manchen Tagen öffneten 10 m und 12 m später wieder nach Nordamerika und in die Karibik. 30 m und 40 m waren gute DX-Bänder. Auf 80 m und 160 m beeinflusste das geomagnetische Feld die DX-Ausbreitung, wobei es DX-taugliche Nächte gab.

Vorhersage bis zum 21. Februar:
Die zwei von vier Sonnenflecken – Nummern 11 419 und 11 420 – entwickeln sich langsam und versprechen C-Flares. In Konkurrenz steht das großflächige koronale Loch CH 501 als eine Art Sonnenwindgenerator. Wir erwarten bei Fluxwerten um 115 brauchbare Ausbreitungsbedingungen auf allen Bändern. Beim ARRL DX-Contest sollte auch 10 m zwischen 13:00 und 17:00 UTC nach Nordamerika offen sein. 40 m erlaubt nachmittags Verbindungen über den langen Weg zur US Westküste.

Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist !

Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet.

Quelle: DK0WCY

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 07.Woche 2012

 

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 17:50 07:19
Melbourne/Ostaustralien 19:47 –:–
Perth/Westaustralien 21:53 –:–
Singapur/Rep.Singapur 23:16 –:–
Tokio/Japan 21:40 –:–
Honolulu/Hawaii 17:02 04:28
Anchorage/Alaska 17:42 02:41
Johannesburg/Südafrika 03:51 16:51
San Francisco/Kalifornien 15:01 01:48
Stanley/Falklandinseln 08:57 23:24
New York/USA-Ostküste –:– 22:29
Sao Paulo/Brasilien –:– 21:47
Berlin/Deutschland 06:25 16:16

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten.

Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.

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