Der Funkwetterbericht vom 14. Oktober, erstellt von Tom Kamp, DF5JL
Zunächst der Rückblick für den Zeitraum 8. bis 14. Oktober.
In der zurückliegenden Woche zeigte sich die Sonne überwiegend ruhig. Die Aktivität bewegte sich meist auf niedrigem Niveau, stärkere Ausbrüche blieben zunächst aus. Dennoch sorgten wiederholt Hochgeschwindigkeitsströme aus koronalen Löchern für zeitweise erhöhte geomagnetische Unruhe. Am Samstag kam es aufgrund von CME-Effekten in Kombination mit schnellem Sonnenwind aus einem koronalen Loch kurzzeitig zu aktiven bis stürmische Bedingungen. Der Sonnenwind erreichte dabei Geschwindigkeiten von mehr als 750 km/s, die Geomagnetik Spitzenwerte von Kp 7. Polarlichterscheinungen waren bis in die Schweiz zu beobachten. Nahezu zeitgleich ereignete sich ein M-Flare der Stärke 6,6, dessen Auswirkungen auf die Wellenausbreitung aber nur kurzzeitig zu beobachten waren. Anschließend beruhigte sich das Erdmagnetfeld wieder deutlich. Die Sonnenfleckenzahl blieb moderat, der solare Flux bewegte sich zuletzt um 120 Einheiten. Aktuell sind die Ausbreitungsbedingungen auf den unteren Kurzwellenbändern während der Nacht gut bis sehr gut. Tagsüber öffnen die Bänder 20 und 17 Meter zuverlässig, während auf 15 und 12 Meter vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden DX-Verbindungen möglich bleiben. Das 10-m-Band zeigt sich deutlich wechselhaft, kann aber bei ausreichender Ionisation insbesondere auf Nord-Süd-Strecken überraschend gute Reichweiten bieten. Die MUF für 3000 km Sprungdistanz über Mitteleuropa liegt tagsüber häufig oberhalb von 20 MHz.
Vorhersage bis zum 21. Oktober
Für die kommenden Tage erwarten die Vorhersagen überwiegend ruhige bis leicht unruhige geomagnetische Bedingungen. Der solare Flux dürfte zunächst um 120 Einheiten liegen, könnte aber in den Folgetagen kurz auf unter 100 Einheiten fallen. Für die zweite Wochenhälfte werden überwiegend stabile Ausbreitungsbedingungen vorhergesagt. Lediglich vorübergehende Störungen durch den Einfluss weiterer koronaler Hochgeschwindigkeitsströme sind möglich. Insgesamt bleiben die Chancen auf gute DX-Verbindungen auf den höheren Kurzwellenbändern weiterhin günstig.
Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps
Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.