Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 31. März, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Zunächst der Rückblick vom 30. März bis zum 6. April:
Die Karwoche brachte bis auf die gute Funkaktivität während der Conteste keine Highlights im Funkwettergeschehen. Die Progressionskurven im Internet zeigen aber auch, dass sich der 25. Sonnenfleckenzyklus ähnlich träge verhält wie die Zyklen zuvor. Auch wenn zwischen dem 30. März und 3. April keine Sonnenflecken zu sehen waren, hatte das auf die solaren Fluxwerte fast keinen Einfluss. Der Sonne fehlt eben die Kraft, die die Ionosphäre in Schwung bringen könnte. Der solare Flux lag zwischen 70 und 74 Einheiten. Das geomagnetische Feld war nur zwischen dem 31. März und 2. April unruhig, ansonsten ruhig. Der Sonnenwind blies mit einer Geschwindigkeit zwischen 270 und maximal 450 Kilometern pro Sekunde. Die für 3000-km-Sprungentfernung ermittelte Grenzfrequenz der F2-Schicht erreichte am späten Nachmittag 21 MHz. In der Nacht lag sie unter 10 MHz. Das 20-m-Band öffnete gegen 07:00 UTC nach VK und ZL und schloss nach 18:00 UTC in westliche Richtungen. Geringe Dämpfungswerte auf den mittleren Bändern 60, 40 und 30 m belebten das DX-Geschehen.

Vorhersage bis 14. April:
Die Sonnenaktivität bleibt unverändert sehr ruhig. Wir erwarten Fluxwerte um 70 Einheiten. OK1HH sagt folgende Zustände des Erdmagnetfeldes voraus: 8. April und 11. April unruhig bis aktiv, 9. April und 10. April gestört, 12. April und 13. April ruhig. Kurze Öffnungen der Bänder über 20 m sind fast täglich zu erwarten. Vor allem 17 m zeigt sich nachmittags in Richtung Karibik DX-tauglich. 20 m bleibt das zuverlässigste DX-Band tagsüber. Nachts übernimmt das 40-m-Band diese Funktion. Alle Bänder zwischen 80 und 30 m sind in den Dämmerungszeiten interessant.

Täglicher aktueller Funkwetterbericht.

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Hier die Erläuterung zu den Daten.

SFI – (65 – >100) Solarer Flux Index, ein Maß für die Aktivität der Sonne. Fluxwerte über 100 zeigen Öffnungen der oberen Kurzwellenbänder an.

SN – (0 – >200) Sunspot Number, also Sonnenfleckenrelativzahl. Sie schwankt im rund 11-jährigen Sonnenzyklus. Generell gilt: je höher, desto besser die DX-Bedingungen auf den oberen Kurzwellenbändern.

A – (0 – >400) Tageswert für die geomagnetische Aktivität und Indiz für mögliche Ausbreitungsphänomene wie Aurora und unerwartete Öffnungen auf 1,8 MHz.

K (3h) – (0 – 9) Der K-Index gibt das Maß der Unruhe des Erdmagnetfeldes für die vergangenen 180 Minuten an, aktuell gemessen bei DK0WCY in der Nähe von Kiel. Je kleiner der Wert, desto ruhiger sind die geomagnetischen Bedingungen. Hohe A- und K-Werte beeinträchtigen hauptsächlich KW-Verbindungen auf niedrigen Bändern, wenn sie die Polarregionen queren.

SWS – (350 – 800 km/s) Geschwindigkeit des Sonnenwindes. Normalerweise weht er mit einer mittleren Geschwindigkeit von 350 – 400 km pro Sekunde. Steigt die Geschwindigkeit, so gibt es Interferenzen mit dem Erdmagnetfeld und wir müssen mit gestörten Ausbreitungsbedingungen rechnen. 

Bz – (-10 – 10 nT) Gibt an, ob die Feldlinien des Interplanetaren Magnetfeldes IMF entgegen oder mit den Feldlinien der Erde verlaufen. Je stärker das IMF nach Süden (Minuswerte) ausgerichtet ist, desto besser können die solaren mit den irdischen Magnetfeldlinien in Wechselwirkung treten und desto leichter können Teilchen des Sonnenwindes zur irdischen Atmosphäre vordringen.

Dcx – Gibt Auskunft über die Stärke des Ringstroms, der ein Magnetfeld um die Erde erzeugt, das dem Erdmagnetfeld direkt entgegengesetzt ist. Ein negativer Dsx-Wert bedeutet, dass das Erdmagnetfeld geschwächt wird. Dies ist insbesondere bei Sonnenstürmen der Fall.


Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 14. Woche 2021

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 18:39 06:05
Melbourne/Ostaustralien 20:39 –:–
Perth/Westaustralien 22:32 –:–
Singapur/Rep.Singapur 23:02 –:–
Tokio/Japan 20:18 –:–
Honolulu/Hawaii 16:18 04:48
Anchorage/Alaska 14:58

05:00

Johannesburg/Südafrika 04:20 16:00
San Francisco/Kalifornien 13:45 02:39
Stanley/Falklandinseln 10:30 21:26
New York/USA-Ostküste –:–

23:27

Sao Paulo/Brasilien –:–

21:00

Berlin/Deutschland

04:25

17:52
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.