Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 14. Januar erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Zunächst der Rückblick vom 7. bis 13. Januar:
Der 25. Sonnenfleckenzyklus zeigte sich mit den Sonnenflecken 2755 zwischen dem 1. und 6. Januar und 2756 am 9. und 10. Januar. Das geomagnetische Feld war am 9. Januar merklich gestört. An den anderen Tagen schwankte es zwischen ruhig und aktiv. Bei Fluxwerten zwischen 71 und 74 Einheiten öffneten die Kurzwellenbänder über 14 MHz morgens nach Fernost. Auf 17 m erschien vor 08:00 UTC T88AQ mit lautem Signal. Das 20-m-Band öffnete beständig nach JA. Die F2-Grenzfrequenz betrug gegen 09:00 UTC bereits über 20 MHz. Auf den Bändern 60, 40 und 30 m hörte man alle Kontinente. Die Grayline-DX-Bedingungen auf 160 und 80 m waren durch das gestörte Erdmagnetfeld etwas schlechter als in der Vorwoche. Beim DARC 10-m-Contest herrschten durchschnittliche Ausbreitungsbedingungen. Die Nord-Südrichtung war stark gedämpft. Am Sonntagabend gab es auf 10 m kurzzeitig und lokal eng begrenzte „Sporadic-E“-Wolken mit lauten Signalen aus dem Nord- und Ostseeraum.

Vorhersage bis zum 21. Januar:
Die Sonnentätigkeit bleibt sehr niedrig. Sonnenwind vom sich auflösenden koronalen Loch CH 949 kann am 16. und 17. Januar das Erdmagnetfeld stören. An den anderen Tagen erwarten wir ein meist ruhiges Erdmagnetfeld. Bei Fluxwerten um 70 Einheiten öffnen morgens die oberen Kurzwellenbänder, da auch die F2-Grenzfrequenz nach Sonnenaufgang schnell, aber nicht sehr lange, bis über 20 MHz steigt. Alle Bänder unter 14 MHz bleiben DX-trächtig. Die aktuelle Vorhersage zum Zyklus 25 sieht jetzt etwas optimistischer aus als im letzten Herbst. Praktisch scheint sich das ganz vorsichtig zu bestätigen.


Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist ! Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet. Quelle: DK0WCY


 

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 2. Woche 2020

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 17:16 07:42
Melbourne/Ostaustralien 19:13 –:–
Perth/Westaustralien 21:24 –:–
Singapur/Rep.Singapur 23:11 –:–
Tokio/Japan 21:50 –:–
Honolulu/Hawaii 17:11 04:09
Anchorage/Alaska 18:55 01:17
Johannesburg/Südafrika 03:28 17:05
San Francisco/Kalifornien 15:24 01:14
Stanley/Falklandinseln 08:00 00:11
New York/USA-Ostküste –:– 21:51
Sao Paulo/Brasilien –:– 21:58
Berlin/Deutschland 07:11 15:20
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.