Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 19. Oktober, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Zunächst der Rückblick vom 4. bis 11. Oktober:
Mit insgesamt vier C-Flares war die Sonne nicht so aktiv wie zuvor. Am 17. Oktober war sie erstmalig seit dem 17. September wieder fleckenlos. Die Ionosphäre blieb von dieser Flaute unbeeinträchtigt und ermöglichte die Öffnung aller oberen Kurzwellenbänder. Nachmittags erreichte in unseren Breiten die für 3000 km Sprungentfernung geltende Grenzfrequenz der F2-Schicht 30 MHz. Beim WAG-Contest waren längere Öffnungen des 10-m-Bandes eine erfreuliche Zugabe. Das Erdmagnetfeld hatte sich nach der Aurora-tauglichen Störung am 12. Oktober schnell erholt, blieb aber unruhig. Der geomagnetische Index k schwankte wegen des intensiven Sonnenwindes zwischen null und vier. Es waren alle Kurzwellenbänder DX-tauglich, zumal es fast keine atmosphärischen Störungen gab.

Vorhersage bis 26. Oktober:
Uns wird die Region 2886 begleiten, die neu am östlichen Sonnenrand erschien. In einer Woche kommt die alte Region 2880 hinzu. Zunächst bleibt die Sonne mit Fluxwerten von unter 80 Einheiten sehr ruhig. Bis zum 21. Oktober bleibt das geomagnetische Feld durch Sonnenwind, ausgehend von den koronalen Löchern CH1037 und CH1038, gestört. Wir erwarten etwas kürzere Öffnungen der beiden oberen Kurzwellenbänder, ansonsten gute DX-Möglichkeiten auf den Bändern zwischen 160 und 17 m. Das 20-m-Band öffnet etwa um 05:30 UTC, das 17-m-Band wenig später. Nachts liegt die „3000 km MuF2-Grenzfrequenz“ unter 6 MHz.
Im ARRL-Funkwetterbericht gibt es einen Link zu einem interessanten Beitrag von PA2S über Experimente zur DX-Ausbreitung im 60-m-Band


Täglicher aktueller Funkwetterbericht.

Wer sich für einen aktuellen Funkwetterbericht interessiert, kann sich über den  Messengerdienst Telegram bei [CHANNEL] Funkwetter anmelden und bekommt täglich aktuelle Daten dazu auf sein Handy.  Der Link ist:  t.me/funkwetter. Einfach bei Telegram im Suchfeld (oben= Lupe) den Link eingeben und man wird aufgenommen.

Hier die Erläuterung zu den Daten.

SFI – (65 – >100) Solarer Flux Index, ein Maß für die Aktivität der Sonne. Fluxwerte über 100 zeigen Öffnungen der oberen Kurzwellenbänder an.

SN – (0 – >200) Sunspot Number, also Sonnenfleckenrelativzahl. Sie schwankt im rund 11-jährigen Sonnenzyklus. Generell gilt: je höher, desto besser die DX-Bedingungen auf den oberen Kurzwellenbändern.

A – (0 – >400) Tageswert für die geomagnetische Aktivität und Indiz für mögliche Ausbreitungsphänomene wie Aurora und unerwartete Öffnungen auf 1,8 MHz.

K (3h) – (0 – 9) Der K-Index gibt das Maß der Unruhe des Erdmagnetfeldes für die vergangenen 180 Minuten an, aktuell gemessen bei DK0WCY in der Nähe von Kiel. Je kleiner der Wert, desto ruhiger sind die geomagnetischen Bedingungen. Hohe A- und K-Werte beeinträchtigen hauptsächlich KW-Verbindungen auf niedrigen Bändern, wenn sie die Polarregionen queren.

SWS – (350 – 800 km/s) Geschwindigkeit des Sonnenwindes. Normalerweise weht er mit einer mittleren Geschwindigkeit von 350 – 400 km pro Sekunde. Steigt die Geschwindigkeit, so gibt es Interferenzen mit dem Erdmagnetfeld und wir müssen mit gestörten Ausbreitungsbedingungen rechnen. 

Bz – (-10 – 10 nT) Gibt an, ob die Feldlinien des Interplanetaren Magnetfeldes IMF entgegen oder mit den Feldlinien der Erde verlaufen. Je stärker das IMF nach Süden (Minuswerte) ausgerichtet ist, desto besser können die solaren mit den irdischen Magnetfeldlinien in Wechselwirkung treten und desto leichter können Teilchen des Sonnenwindes zur irdischen Atmosphäre vordringen.

Dcx – Gibt Auskunft über die Stärke des Ringstroms, der ein Magnetfeld um die Erde erzeugt, das dem Erdmagnetfeld direkt entgegengesetzt ist. Ein negativer Dsx-Wert bedeutet, dass das Erdmagnetfeld geschwächt wird. Dies ist insbesondere bei Sonnenstürmen der Fall.


Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Orientierungszeiten für Grayline DX in der 43. Woche 2021

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 17:31 06:41
Melbourne/Ostaustralien 19:29 08:41
Perth/Westaustralien 21:32 –:–
Singapur/Rep.Singapur 22:47 –:–
Tokio/Japan 20:51 –:–
Honolulu/Hawaii 16:28 04:02
Anchorage/Alaska 16:51 02:29
Johannesburg/Südafrika 03:28 16:17
San Francisco/Kalifornien 14:23 01:26
Stanley/Falklandinseln 08:43 21:42
New York/USA-Ostküste –:– 22:08
Sao Paulo/Brasilien –:– 21:13
Berlin/Deutschland 05:40 16:01
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.