Funkwetter

Zunächst der Rückblick vom 7. bis 13. Mai:
Die beiden Sonnenflecken 2740 und 2741 sorgten für Fluxwerte bis 79 Fluxeinheiten. Im Berichtszeitraum lag er immer über 75 Einheiten. Beide Regionen waren eruptiv und ursächlich für zehn C-Flares, etliche koronale Masseauswürfe (CME) und Filamentablösungen. Eine Plasmawolke war erdgerichtet und erzeugte ab Mitternacht des 11. Mai einen geomagnetischen Sturm, der sich erst am 12. Mai beruhigte. In der Nacht zum 14. Mai folgte die nächste Plasmawolke, die den geomagnetischen Index auf auroraverdächtige Werte von k = 6 anhob. Geomagnetisch ruhige Tage waren der 8., 9. und 12. Mai. Auf allen Kurzwellenbändern waren die Signale fast immer schwundbehaftet. Alle oberen Kurzwellenbänder öffneten sporadisch in südliche Richtungen. Die transpolaren Funklinien waren fast immer stark gedämpft. Die sporadische E-Schicht bildete sich fast täglich aus und sorgte für laute Short-skip-Signale auf den oberen Kurzwellenbändern und auf 6 m.

Vorhersage bis zum 21. Mai:
Bis zum Wochenende erwarten wir noch C-Flares und damit Fluxwerte von über 70 Einheiten. Sobald der aktuelle geomagnetische Sturm abgeklungen ist, sind für das Erdmagnetfeld bis zum 29. Mai überwiegend ruhige oder nur gering gestörte Bedingungen vorhergesagt. Für die Conteste an den Wochenenden wäre das positiv. Die Sporadic-E-Tätigkeit wird sich sehr wahrscheinlich fortsetzen.


Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist ! Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet. Quelle: DK0WCY


 

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 20. Woche 2019

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 19:10 05:23
Melbourne/Ostaustralien 21:11 –:–
Perth/Westaustralien 22:56 –:–
Singapur/Rep.Singapur 22:55 –:–
Tokio/Japan 19:37 –:–
Honolulu/Hawaii 15:53 05:01
Anchorage/Alaska 13:12 06:16
Johannesburg/Südafrika 04:38 15:29
San Francisco/Kalifornien 13:01 03:12
Stanley/Falklandinseln 11:28 20:17
New York/USA-Ostküste –:– 00:04
Sao Paulo/Brasilien –:– 20:32
Berlin/Deutschland 03:12 18:53
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.