Der Funkwetterbericht vom 26. August, erstellt von Tom Kamp, DF5JL
Zunächst Rückblick für den Zeitraum 19. bis 26. August:
Die letzten Tage waren durch ein insgesamt wechselhaftes, aber nicht extrem gestörtes Funkwetter geprägt. Die Sonne zeigte eine moderate Aktivität, mit vereinzelten M-Flare-Ereignissen, die jedoch nur kurzzeitig zu leichten Störungen führten. Der solare Flux bewegte sich im Bereich von 130 bis 145 Einheiten, was eine solide Ionisation der F-Schicht begünstigte.
Der Sonnenwind lag anfangs über 550 km/s, zuletzt meist zwischen 350 und 450 km/s, dadurch blieb die geomagnetische Lage über weite Strecken ruhig, mit Kp-Werten zwischen 1 und 3. Nur ein kurzer Abschnitt am Abend des 20. August erreichte Kp 4, ausgelöst durch einen schnelleren Sonnenwindstrom aus einem koronalen Loch.
Vorhersage bis 2. September:
In den nächsten Tagen bleibt das Funkwetter zunächst überwiegend ruhig bis moderat, mit insgesamt günstigen Bedingungen für den Kurzwellenbetrieb. Freitag könnte eine Plasmawolke des M7-Flares vom Dienstag eine stürmische Periode zur Folge haben, was sich negativ auf die Ausbreitungsbedingungen auswirken könnte. Der solare Flux wird voraussichtlich im Bereich von 130 bis 140 Einheiten liegen und damit eine solide Ionisation der F-Schicht gewährleisten. Die Sonnenaktivität bleibt ansonsten moderat: Einzelne M-Flares können auftreten, ohne dass längerfristige Störungen zu erwarten sind.
Für die Kurzwellenbänder bedeutet dies: 20 m und 17 m werden in den kommenden Tagen die zuverlässigsten DX-Bänder sein, mit stabilen Öffnungen über weite Distanzen. 15 m zeigt tagsüber gute Chancen, besonders bei höheren Fluxwerten. 10 m bleibt wechselhaft, kann aber bei kurzen MUF-Anstiegen durchaus brauchbare Verbindungen ermöglichen. Die unteren Bänder 40 m und 80 m arbeiten nachts weiterhin stabil und bieten kräftige Signale über mittlere Entfernungen.
Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps
Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.