Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 12. November, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Zunächst der Rückblick vom 5. bis 11. November:
Die Sonnenaktivität war erwartungsgemäß sehr gering. Es waren keine Sonnenflecken sichtbar. Die gemessene 10,7-cm-Radiostrahlung der Sonne – der solare Flux – betrug fast konstant 70 Einheiten. Das Magnetfeld der Erde war an allen Tagen ruhig bis unbestimmt. Der im Dreistundenintervall bestimmte geomagnetische Index k lag immer zwischen Null und Zwei. Nur am 11. November gab es einen Intervall mit k gleich Drei. Auch der Sonnenwind wehte moderat mit Geschwindigkeiten zwischen 270 und 442 Kilometern pro Sekunde. Von dieser meist ruhigen Situation profitierten nur die unteren Kurzwellenbänder mit guten Öffnungen während der Dämmerungsphasen. Die Bänder 40 und 30 m waren optimal bezüglich Dämpfung und Graylineausbreitung. Dort gab es laute Signale aus allen Kontinenten, vor allem morgens. Das 20-m-Band war zwar auch weltweit offen, aber man musste die Graylinekarte beachten, denn es schloss nach unserem lokalen Sonnenuntergang schnell. Die Bänder über 20 m öffneten nur selten und sporadisch.

 

Vorhersage bis zum 19. November:
Die Aktivität der Sonne ändert sich nicht, alles bleibt ruhig. Wir erwarten solare Fluxwerte von knapp unter 70 Einheiten. Nach OK1HH wird das geomagnetische Feld am 13., 18. und 19. November ruhig sein. Am 14., 16. und 17. November wird es zwischen ruhig und aktiv schwanken. Wir erwarten an den meisten Tagen gute DX-Bedingungen auf allen unteren Kurzwellenbändern. Allerdings sind dafür auch atmosphärisch ruhige Phasen auf der Südhalbkugel der Erde nötig. Dort ist Sommer und es gibt Gewitter. 20 m bleibt das stabilste DX-Band tagsüber, wobei die transpolaren Funkwege sehr sensibel auf das lokale Magnetfeld in der Aurorazone reagieren, was oft zu merklicher Dämpfung führt.


Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist ! Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet. Quelle: DK0WCY


 

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 46. Woche 2019

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 17:05 07:04
Melbourne/Ostaustralien 19:02 –:–
Perth/Westaustralien 21:11 –:–
Singapur/Rep.Singapur 22:46 –:–
Tokio/Japan 21:12 –:–
Honolulu/Hawaii 16:40 03:50
Anchorage/Alaska 17:54 01:26
Johannesburg/Südafrika 03:12 16:32
San Francisco/Kalifornien 14:47 01:01
Stanley/Falklandinseln 08:00 23:24
New York/USA-Ostküste –:– 21:40
Sao Paulo/Brasilien –:– 21:26
Berlin/Deutschland 06:22 15:18
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.