Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 13. Juli, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

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Zunächst der Rückblick vom 12. bis 19. Juli:
Am 13. Juli betrug die Sonnenfleckenzahl 11 und repräsentierte eine einzige Region. Seit diesem Minimum erreichte sie am 17. Juli den Wert von 53. Die solaren Fluxwerte stiegen ebenso von 72 auf 83 Einheiten. Vier C-Flares wurden beobachtet. Analysiert man die Ionogramme, beispielsweise vom 12. Juli, so waren die Ausbreitungsbedingungen bei sehr ruhiger Sonne stets durch die sporadische E-Schicht geprägt [4]. Es kamen viele QSOs mit europäischen Stationen ins Log. Für FT8-Fans ermöglichte die sporadische E-Schicht im 6-m-Band morgens Verbindungen über sich bildende Wellenleiter nach Fernost und abends in westliche Richtungen nach Amerika. DL7VEE erwischte am 16. Juli zwischen 05:15 UTC und 05:35 UTC einen Duct nach Australien. Mit etwas Glück konnte man kurze Bandöffnungen auch in CW und SSB nutzen.
Aus den Ionogrammen ist erkennbar, dass manchmal die für 3000 km geltende Grenzfrequenz der F2-Schicht auf über 28 MHz anstieg, beispielsweise am 19. Juli um 17:45 UTC. Kurz vor Sonnenuntergang in Japan (etwa um 9:45 UTC) war das 17-Meterband nach Fernost offen. Abends kurz vor Sonnenaufgang in Japan bescherten die Bänder 30 und 40 m laute Signale von dort. DL8LAS berichtete, dass auch im Sommer auf 160 m etliche Stationen aus Nordamerika erreicht wurden.

Vorhersage bis 27. Juli:
Gegenwärtig sind die Regionen 2842, 2844 und 2845 sichtbar. Bis zum Wochenende kommen die alten Regionen 2835 und 2840 und vielleicht zwei weitere Regionen hinzu [5]. Damit bleibt die Sonnenfleckenzahl im Bereich von 35 bis 50. Die Wahrscheinlichkeit für weitere C-Flares liegt bei 30 Prozent. Die Ausbreitungsbedingungen bleiben sowohl in den kurzen Nächten auf allen unteren Bändern als auch auf den oberen Bändern interessant. Neben Sporadic-E erwarten wir spontane DX-Öffnungen bis 10 m. Vorhersagen zu troposphärisch bedingten Bandöffnungen im VHF-Bereich findet man auf der Webseite von F5LEN


 

Täglicher aktueller Funkwetterbericht.

Wer sich für einen aktuellen Funkwetterbericht interessiert, kann sich über den  Messengerdienst Telegram bei [CHANNEL] Funkwetter anmelden und bekommt täglich aktuelle Daten dazu auf sein Handy.  Der Link ist:  t.me/funkwetter. Einfach bei Telegram im Suchfeld (oben= Lupe) den Link eingeben und man wird aufgenommen.

Hier die Erläuterung zu den Daten.

SFI – (65 – >100) Solarer Flux Index, ein Maß für die Aktivität der Sonne. Fluxwerte über 100 zeigen Öffnungen der oberen Kurzwellenbänder an.

SN – (0 – >200) Sunspot Number, also Sonnenfleckenrelativzahl. Sie schwankt im rund 11-jährigen Sonnenzyklus. Generell gilt: je höher, desto besser die DX-Bedingungen auf den oberen Kurzwellenbändern.

A – (0 – >400) Tageswert für die geomagnetische Aktivität und Indiz für mögliche Ausbreitungsphänomene wie Aurora und unerwartete Öffnungen auf 1,8 MHz.

K (3h) – (0 – 9) Der K-Index gibt das Maß der Unruhe des Erdmagnetfeldes für die vergangenen 180 Minuten an, aktuell gemessen bei DK0WCY in der Nähe von Kiel. Je kleiner der Wert, desto ruhiger sind die geomagnetischen Bedingungen. Hohe A- und K-Werte beeinträchtigen hauptsächlich KW-Verbindungen auf niedrigen Bändern, wenn sie die Polarregionen queren.

SWS – (350 – 800 km/s) Geschwindigkeit des Sonnenwindes. Normalerweise weht er mit einer mittleren Geschwindigkeit von 350 – 400 km pro Sekunde. Steigt die Geschwindigkeit, so gibt es Interferenzen mit dem Erdmagnetfeld und wir müssen mit gestörten Ausbreitungsbedingungen rechnen. 

Bz – (-10 – 10 nT) Gibt an, ob die Feldlinien des Interplanetaren Magnetfeldes IMF entgegen oder mit den Feldlinien der Erde verlaufen. Je stärker das IMF nach Süden (Minuswerte) ausgerichtet ist, desto besser können die solaren mit den irdischen Magnetfeldlinien in Wechselwirkung treten und desto leichter können Teilchen des Sonnenwindes zur irdischen Atmosphäre vordringen.

Dcx – Gibt Auskunft über die Stärke des Ringstroms, der ein Magnetfeld um die Erde erzeugt, das dem Erdmagnetfeld direkt entgegengesetzt ist. Ein negativer Dsx-Wert bedeutet, dass das Erdmagnetfeld geschwächt wird. Dies ist insbesondere bei Sonnenstürmen der Fall.


Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Orientierungszeiten für Grayline DX in der 28. Woche 2021

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 19:28 05:25
Melbourne/Ostaustralien 21:30 –:–
Perth/Westaustralien 23:13 –:–
Singapur/Rep.Singapur 23:05 –:–
Tokio/Japan 19:39 –:–
Honolulu/Hawaii 15:59 05:15
Anchorage/Alaska 12:59 07:05
Johannesburg/Südafrika 04:53 15:35
San Francisco/Kalifornien 13:03 03:28
Stanley/Falklandinseln 11:51 20:16
New York/USA-Ostküste –:– 00:22
Sao Paulo/Brasilien –:– 20:39
Berlin/Deutschland 03:07 19:17
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.