Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 12. März 2019 von Hartmut Büttig, DL1VDL

Rückblick vom 5. bis 11. März:
Das in der letzten Woche beobachtete bipolare Gebilde auf der Sonnenoberfläche erhielt als Sonnenfleck die Nummer 2734. Diese Region emittierte am 8. März einen C1-Flare, mehrere B-Flares und bewirkte zwei koronale Masseauswürfe. Die 2,8-GHz-Radiostrahlung der Sonne lag zwischen 73 und 71 Fluxeinheiten. Die Aktivität des geomagnetischen Feldes bewegte sich zwischen ruhig und leicht gestört. Nur am 6. und 7. März sorgte intensiverer Sonnenwind für ein unruhiges Erdmagnetfeld. Die Fernausbreitung auf allen Bändern unter 20 m war gut, da auch die Dämpfung gering war. Auf dem 60-m-Band konnte man spätabends laute nordamerikanische Stationen hören. Das 20-m-Band war an einigen Tagen weltweit brauchbar. Das 17-m-Band öffnete manchmal morgens nach Fernost und nachmittags nach Nordamerika sowie täglich in südliche Richtungen. 3B8XF fungierte als zuverlässige „Bake“.

Vorhersage bis zum 19. März:
Der Frühlingsanfang steht bevor und damit gleiche Beleuchtungsverhältnisse auf beiden Hemisphären. Für gute DX-Bedingungen in den pazifischen Raum fehlt leider mehr Sonnenaktivität. Die Fluxwerte liegen knapp unter 70 Einheiten. Das geomagnetische Feld bleibt unbestimmt, wobei isolierte Störungen zwischen dem 12. und 15. März erwartet werden. Die geomagnetische Unruhe könnte zumindest für angehobene Bedingungen auf den unteren Kurzwellenbändern sorgen. Das 20-m-Band ist tagsüber offen auf den Funkwegen, die parallel zum Äquator und nach Süden verlaufen. Die polnahen Funkwege in den Südpazifik oder nach Japan öffnen nur bei ruhigem Erdmagnetfeld, sonst ist die Dämpfung zu hoch.


Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist ! Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet. Quelle: DK0WCY


 

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 11. Woche 2019

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 18:15 06:45
Melbourne/Ostaustralien 20:14 –:–
Perth/Westaustralien 22:13 –:–
Singapur/Rep.Singapur 23:11 –:–
Tokio/Japan 20:57 –:–
Honolulu/Hawaii 16:42 04:39
Anchorage/Alaska 16:23 03:51
Johannesburg/Südafrika 04:07 16:27
San Francisco/Kalifornien 14:26 02:14
Stanley/Falklandinseln 09:44 22:28
New York/USA-Ostküste –:– 22:59
Sao Paulo/Brasilien –:– 21:25
Berlin/Deutschland 05:28 17:04
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.