Der Funkwetterbericht vom 02. September, erstellt von Tom Kamp, DF5JL
Zunächst der Rückblick für den Zeitraum 26. August bis 2. September:
In den vergangenen sieben Tagen zeigte sich das Funkwetter insgesamt wechselhaft. Mehrere kleinere koronale Löcher lieferten wiederholt schnellen Sonnenwind, der zeitweise zu erhöhter geomagnetischer Aktivität führte, an manchen Tagen mit angehobenen Kp-Werten um 4, was besonders auf den höheren Kurzwellenbändern zu spürbaren Schwankungen der Ausbreitungsbedingungen führte. Gleichzeitig blieb die Sonnenaktivität mäßig: Der solare Flux sank von rund 130 auf unter 110 Einheiten, die DX-Bänder wie 20 und 17 m waren trotz der Unruhe meist zuverlässig nutzbar. Kurze Öffnungen auf 10 m traten auf, blieben aber unregelmäßig.
Aktuell präsentiert sich die Lage deutlich stabiler. Der Sonnenwind hat weitgehend normale Geschwindigkeiten erreicht, und das interplanetare Magnetfeld zeigt überwiegend ruhige Ausrichtungen. Der K-Index liegt meist im niedrigen Bereich, was zu einer gut ionisierten F-Schicht und insgesamt soliden Ausbreitungsbedingungen führt. Die Bänder 20, 17 und 15 m liefern tagsüber stabile DX-Signale, während 40 m und 80 m in der Nacht kräftige Verbindungen über mittlere Distanzen ermöglichen. Die MUF zeigt sich leicht erhöht und unterstützt zuverlässige Verbindungen im oberen Kurzwellenbereich.
Vorhersage bis zum 9. September:
Auch in den kommenden Tagen erwarten wir überwiegend ruhiges Funkwetter. Nur kurze Störungen durch schnellen Sonnenwind sind möglich, sollten aber keine länger anhaltenden Auswirkungen haben. Der solare Flux bleibt moderat, sodass die höheren Kurzwellenbänder weiterhin gute Chancen für DX bieten. Kurze Öffnungen auf 10 m sind möglich, aber nicht sicher. Die nächtlichen Bänder bleiben eine sichere Bank für regionale und europäische Verbindungen.
Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps
Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.