Funkwetter

Der Funkwetterbericht vom 10. September 2019, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Zunächst der Rückblick vom 3. bis 10. September:
Die zum Zyklus 24 gehörende Region 2748, die sich für zwei Tage am Monatsanfang zeigte, hob die Fluxwerte bis fast 70 Einheiten an. Die Intensität des geomagnetischen Feldes schwankte im Berichtszeitraum ständig zwischen ruhig (k = 0) und aktiv (k = 4). Die Auswirkungen des Magnetsturms, der zwischen dem 31. August und 2. September tobte, wirkten im gesamten Berichtszeitraum nach. Die Kurzwellenausbreitung über die Pole war an den meisten Tagen gestört. Wer die Bänder beobachtete, fand aber auch gute Bandöffnungen. Die stabilsten DX-Bedingungen bescherte das 40-m-Band, abends nach ZL und VK, morgens nach Südamerika und dem Südpazifik. 3D2AG war mit S7 am Dipol lesbar. Außerhalb der Aurorazone verlaufende Funkwege waren weniger anfällig und auf 20, 40 und 30 m offen, manchmal auch auf 80 m. Das 20-m-Band öffnete abends nach 19:00 UTC nach Nordamerika besser als nachmittags. Dank der sporadischen E-Schicht gelangen während des SSB-Feldtages auch etliche Verbindungen auf 15 und 10 m.

 

Vorhersage bis zum 17. September:
Die Sonnenaktivität bleibt sehr gering. Die solaren Fluxwerte übersteigen nicht die 70er Marke. Das Erdmagnetfeld wird überwiegend ruhig sein. Isolierte Störungen sind aber weiter wahrscheinlich, obwohl derzeit keine koronalen Löcher in Sicht sind [4]. Wir erwarten auf allen unteren Kurzwellenbändern gute Ausbreitungsbedingungen. Die Bänder 40 und 20 m bleiben die zuverlässigsten DX-Bänder. 17 m und 15 m öffnen meist in südliche Richtungen.


Mögel-Dellinger-Effekt

Wer einen Mögel-Dellinger-Effekt das erste Mal erlebt, vermutet dass der KW-Empfänger defekt ist, oder dass die Antenne heruntergefallen ist ! Nach einigen sehr starken Flares kommt es zu einem Totalausfall aller Kurzwellen-Langstrecken-Verbindungen, der einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann. In der Chromosphäre der Sonne ist dieser Flare als heller Lichtausbruch erkennbar. Mit ihm ist ein sehr hohe Röntgenstrahlung verbunden. Trifft diese erhöhte Röntgenstrahlung bei der Erde ein, dann führt sie zu einer verstärkten Ionisation der niedrigen D-Schicht. Diese verstärkte Ionisation der D-Schicht bewirkt eine starke Absorption der Kurzwellen auf dem Wege zu den höheren Schichten (E, F1, F2) bis hin zur Totaldämpfung. Niedrigere Frequenzen sind davon stärker betroffen als höhere. Der Mögel-Dellinger-Effekt tritt nur bei Funkverbindungen auf, die auf der Tagseite der Erde laufen. Auf der Nachtseite tritt SWF nicht auf, da die Erde selbst den Weg der Röntgenstrahlen auf die dortige D-Schicht abschattet. Quelle: DK0WCY


 

Grayline DX

Bei Grayline DX versucht der Funkamateur, die Effekte, welche die Dämmerung auf die D und F Schichten hat, auszunutzen. Die Grayline ist die gedachte Linie zwischen Tag und Nacht auf der Erde. Wenn man zur Dämmerungszeit in die Richtung der Erde sendet, wo es momentan Nacht ist, wird das Signal an der D-Schicht so gebrochen, dass die F-Schicht das Signal nicht absorbiert, sondern reflektiert.

Die Orientierungszeiten für Grayline DX in der 37. Woche 2019

DX – QTH Sonnenaufgang UTC Sonnenuntergang UTC
Auckland/Neuseeland 18:32 06:05
Melbourne/Ostaustralien 20:39 –:–
Perth/Westaustralien 22:25 –:–
Singapur/Rep.Singapur 22:58 –:–
Tokio/Japan 20:17 –:–
Honolulu/Hawaii 16:16 04:40
Anchorage/Alaska 15:05 04:41
Johannesburg/Südafrika 04:13 15:58
San Francisco/Kalifornien 13:45 02:29
Stanley/Falklandinseln 10:19 21:31
New York/USA-Ostküste –:– 23:16
Sao Paulo/Brasilien –:– 20:58
Berlin/Deutschland 04:28 17:39
     

Funkwettervorhersage VOACAP nutzt Google Maps

Die Online-Funkwettervorhersage VOACAP http://www.voacap.com/prediction.html nutzt Google-Maps-Karten. Dies erleichtert die Eingabe des Sender- und Empfängerstandortes erheblich, da der Nutzer lediglich die Standort-Markierungen auf der Karte per Maus verschieben muss. Per Mausrad oder Tastatur kann in die Karte außerdem hinein gezoomt werden, um beispielsweise auch detailliertere Ausbreitungs-Vorhersagen innerhalb eines Landes zu erhalten. In die Berechnung können verwendete Antennentypen und Sendeleistung einbezogen werden.